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Zwei irische Kandidaten für die EU-Kommission stehen fest

ahe - Gut eine Woche nach dem Rücktritt von EU-Handelskommissar Phil Hogan hat die irische Regierung zwei mögliche Nachfolgekandidaten für die EU-Kommission benannt. Die Wahl fiel - wie erwartet - auf die EU-Abgeordnete Mairead McGuinness sowie -...

Zwei irische Kandidaten für die EU-Kommission stehen fest

ahe – Gut eine Woche nach dem Rücktritt von EU-Handelskommissar Phil Hogan hat die irische Regierung zwei mögliche Nachfolgekandidaten für die EU-Kommission benannt. Die Wahl fiel – wie erwartet – auf die EU-Abgeordnete Mairead McGuinness sowie – überraschend – auf Andrew McDowell, der bis Ende August noch Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) war. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Dublin zuvor aufgefordert hatte, einen Kandidaten und eine Kandidatin zu nominieren, kündigte am Freitag an, bereits Anfang der Woche Bewerbungsgespräche mit den beiden zu führen.Die 61 Jahre alte McGuinness wurde 2004 erstmals in das EU-Parlament gewählt – mit der Unterstützung von Hogan, wie sie erst vor einigen Tagen selbst erzählt hatte. Sie hatte zuvor in Dublin Agrarökonomie studiert und ein Diplom in Buchhaltung und Finanzwesen erworben. Vor ihrem Wechsel in die Politik arbeitete sie als Journalistin, unter anderem für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Irland und die Tageszeitung “Irish Independent”. McGuinness ist verheiratet und hat vier Kinder.Ebenso wie McGuinness und der zurückgetretene Hogan gehört auch McDowell der bürgerlichen Partei Fine Gael an, die sich im EU-Parlament der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) angeschlossen hat. Sein Mandat bei der EIB in Luxemburg, das erst vor wenigen Tagen ausgelaufen ist, hatte McDowell seit 2016 inne. Zuvor war er Chef-Wirtschaftsberater der Regierung in Dublin und galt als der einflussreichste Wirtschaftspolitiker seiner Partei. McDowell hat in Irland ein Wirtschaftsdiplom erworben und in den USA internationale Beziehungen studiert.Ob der neue irische Vertreter in der EU-Kommission auch das machtvolle Handelsressort von Hogan übernimmt oder ob es zu einer Ressort-Umbildung kommt, ist noch offen. Der ausgewählte Kandidat muss sich auf jeden Fall auch noch einer Anhörung im EU-Parlament stellen. Anna Cavazzini von der Grünen-Fraktion verwies darauf, dass es eine Neuausrichtung der EU-Handelspolitik und eine Anpassung an den Green Deal geben müsse. Das werde das zentrale Kriterium der Grünen bei der Anhörung sein.