Schärfere Standards für die Kunstindustrie


hip – Bis vor kurzem haben Geldwäscher gerne auf den kaum regulierten Kunsthandel zurückgegriffen. Doch die Aufsichtsbehörden nehmen die Branche immer genauer unter die Lupe. In London müssen sich Marktteilnehmer bis Juni bei der Steuerbehörde registrieren. Der Kunsthandel hat zwielichtigen Personen und Organisationen lange die Möglichkeit geboten, auch größere Beträge zu waschen. In der Regel passierte das nicht wissentlich oder vorsätzlich, es ergab sich aus der Natur der Sache. Denn Kunstobjekte sind leicht zu transportieren, lassen sich vergleichsweise einfach zu Geld machen, Käufer wie Verkäufer sind oft auf Anonymität bedacht. Werke bekannter Künstler sind bemerkenswert liquide. Vermittler und Berater wollen nicht, dass Kunden erfahren, wie hoch ihre Kommission war. Makler wollen die Namen ihrer Klientel nicht offenlegen, um nicht von Konkurrenten ausgebremst oder vom Käufer bzw. Verkäufer einfach umgangen zu werden. Im vergangenen Jahr belief sich das Transaktionsvolumen an dem nach wie vor kaum regulierten Markt nach Schätzung von Art Basel und UBS weltweit auf 64,1 (i.V. 67,7) Mrd. Dollar. London ist nicht nur für den weltweiten Kunsthandel ein wichtiger Standort, sondern auch für Finanzkriminalität aller Art. Die Aufsichtsbehörden schicken sich nun an, die Kontrolle zu übernehmen. Händler und Auktionshäuser müssen die wahren Identitäten ihrer Kunden verifizieren und eine Reihe anderer Maßnahmen ergreifen, um die Nutzung von Kunst für kriminelle Zwecke zu verhindern.