Deutsches BIP sackt 2020 um 5 Prozent ab


rec – Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im Coronajahr 2020 um 5,0 % abgesackt. Das Minus ist weniger drastisch ausgefallen als 2009 im Zuge der Weltfinanzkrise (−5,7 %) und etwas geringer als von Ökonomen und Analysten im Durchschnitt befürchtet (−5,2 %). Das Minus bedeute „einen Ausfall von rund 200 Mrd. Euro Wirtschaftsleistung im Vergleich zu einer Prognose ohne Coronakrise von +1 %“, errechnete Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Bankvolkswirte waren bemüht, aus der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Zahl Positives herauszulesen. Helaba-Ökonom Ralf Umlauf sagte: „Das Ergebnis weist darauf hin, dass das vierte Quartal nicht so schwach ausfallen dürfte wie befürchtet.“ Die Erholung des Industriesektors sei „intakt“, worauf jüngste Daten zu Produktion und Auftragslage hindeuteten. Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe sekundierte: „Das Beste an der Dramazahl ist, dass die Wirtschaft Ende 2020 wohl mindestens mit einer schwarzen Null davongekommen ist.“ Dass es trotz erneuter Einschränkungen zumindest für eine Stagnation im vierten Quartal gereicht hat, erwartet auch Uwe Burkert von der LBBW: „Eigentlich ein Katastrophenjahr, aber gemessen an den zwischenzeitlichen Befürchtungen könnte man sagen, dass wir noch glimpflich davongekommen sind.“ KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib findet: „Gemessen an den ursprünglichen Befürchtungen nach Ausbruch der Pandemie ist dieses traurige Ergebnis aber auch ein Erfolg in Schadensbegrenzung.“ Auch das Haushaltsdefizit war laut erster Schätzung mit −4,8 % glimpflicheren Ausmaßes als angenommen (−6,0 %). Eine Analyse lesen Sie morgen in der Börsen-Zeitung.