FRANKFURT (dpa-AFX) – Minen- und Stahlwerte sind am Donnerstag besonders stark unter Druck geraten. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Basic Resources knickte um 2,5 Prozent ein auf einen weiteren Tiefststand seit Ende 2021. Anleger machen sich zunehmend Sorgen um die Wirtschaft. Am Vorabend musste auch US-Notenbankchef Jerome Powell auf Nachfrage eingestehen, dass eine Rezession infolge höherer Zinsen „sicherlich eine Möglichkeit“ ist. Aktuell bezeichnete er die US-Wirtschaft allerdings noch als „sehr stark“.

„Powell hat das R-Wort benutzt“, hob Marktanalyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda in Anspielung auf das gefürchtete Wort Rezession hervor. Mit der gleichzeitigen Bestätigung, dass die hohe Inflation auf ein erträglicheres Maß gebracht werden müsse, befänden sich die Anleger stimmungsmäßig im „Niemandsland“.

Die Analysten von Morgan Stanley passten ihr Bewertungsmodell im Minen- und Metallbereich derweil an ein „neues Ökosystem“ an. Die Ära der Billiggeldpolitik sei vorbei, die Branche sehe sich bei steigenden Zinsen mit zunehmenden Nachfragerisiken konfrontiert, hieß es. Die Experten kappten ihre Schätzungen für Rohstoffpreise. Eisenerz sehen sie beispielsweise zurückhaltender, weil die Produktion in China etwa auf Rekordniveau laufe, während die Nachfrage Lockdown-bedingt am Boden liege.

Im MDax verloren Thyssenkrupp und Aurubis etwa 4 Prozent, und im SDax sanken selbst die von Morgan Stanley hochgestuften Salzgitter-Aktien nach jüngstem Rutsch nochmals um über 2 Prozent. In Europa verloren Norsk Hydro, Antofagasta, Fresnillo, Anglo American und Imerys mehr als 3 Prozent./ag/bek/stk

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