FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat am Freitag erst einmal kaum auf den viel beachteten Arbeitsmarktbericht aus den USA reagiert. Nach einem zuvor richtungslosen Handel gewann der deutsche Leitindex zuletzt 0,26 Prozent auf 15 302,85 Punkte. Damit hängt er weiter in der Spanne zwischen rund 15 000 und 15 500 Punkten fest, in die er vor einer Woche infolge erster Nachrichten zur neuen Corona-Variante Omikron abgerutscht war.

Auf Wochensicht steuert der Dax auf einen Plus von 0,3 Prozent zu. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es zuletzt um 0,76 Prozent auf 34 031,41 Punkte hoch, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 0,24 Prozent auf 4117,75 Zähler zulegte.

Die Daten vom US-Arbeitsmarkt fielen durchwachsen aus: Während die Wirtschaft im November wesentlich weniger Arbeitsplätze geschaffen hat als erwartet, ging die Arbeitslosigkeit überraschend deutlich weiter zurück. Zudem stiegen die Stundenlöhne schwächer als erwartet. „Für die US-Notenbank Fed gibt es vermutlich keinen Grund, vom unlängst angekündigten Plan abzurücken, die Anleihekäufe schneller zu beenden als ursprünglich geplant“, schrieb Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba.

Ansonsten schwanken die Anleger weiter zwischen der Corona-Angst und der täglichen Verlockung, gefallene Kurse zum Einstieg zu nutzen. Marktbeobachter Michael Hewson vom Broker CMC Markets verglich die vergangenen Tage mit einer Achterbahnfahrt der Kurse und Gefühle.

Die Allianz zählte mit einem Kursplus von 1,4 Prozent zu den Dax-Favoriten. Der Versicherer hatte am Vorabend eine jährliche Dividendensteigerung von mindestens fünf Prozent in Aussicht gestellt. Nach einer Ausschüttung von 9,60 Euro je Aktie in den letzten beiden Jahren dürfen sich die Anteilseigner also auf mindestens 10,08 Euro freuen. Genau darauf habe der Markt gehofft, kommentierte ein Börsianer. Auch die neuen mittelfristigen Ziele kamen bei den Anlegern gut an.

Für Vonovia-Titel ging es nach der endgültig vollzogenen Kapitalerhöhung des Immobilienkonzerns um knapp 1,8 Prozent auf 50,50 Euro hoch. Am Vortag war der Bezugsrechte-Handel mit größeren Kursschwankungen zu Ende gegangen, am 7. Dezember soll nun die Zeichnungsfrist enden. Am Ende wurden 3,20 Euro für die Rechte zum Erwerb junger Aktien bezahlt. Aufaddiert mit dem Bezugsrecht haben die Anleger jetzt je Anteil 53,80 Euro im Depot. Vor der Ankündigung der Maßnahme im November waren für die Aktien noch etwas mehr als 55 Euro gezahlt worden. Laut der DZ Bank fällt mit der erfolgreichen Durchführung der Kapitalerhöhung „einer der wesentlichen Belastungsfaktoren für die Aktie weg“.

Bei Aurubis konnten sich die Anleger über einen Kursanstieg um fast neun Prozent und den ersten Platz im MDax freuen – sie markierten zudem den höchsten Stand seit knapp vier Monaten. Der Kupferkonzern zeigt sich nach einem Gewinnsprung im vergangenen Geschäftsjahr auch für die Zukunft optimistisch. Wie er bei der Vorlage ausführlicher Jahreszahlen mitteilte, will er im laufenden Geschäftsjahr ein operatives Vorsteuerergebnis zwischen 320 und 380 Millionen Euro erzielen – der Analystenkonsens liegt am unteren Ende der Spanne. Auch der angehobene Dividendenvorschlag liegt über den Erwartungen.

Die Aktien von Delivery Hero setzten indes die jüngste Talfahrt fort: Mit einem Minus von über zweieinhalb Prozent auf 104,60 Euro rutschten sie am Dax-Ende auf ein Tief seit knapp zwei Monaten. Am Markt wurde als neue Belastung auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg verwiesen, der steigende Lohnkosten für die Fahrer in der Essenslieferbranche befürchten lässt. Demnach soll es ein EU-Plan sein, deren Rechte zu stärken, indem sie als Arbeitnehmer deklariert werden.

Der Euro kostete zuletzt 1,1296 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1339 Dollar festgesetzt. Am deutschen Anleihemarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,45 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 145,54 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,06 Prozent auf 172,61 Zähler./gl/jha/

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