FRANKFURT (dpa-AFX) – Steigende Renditen am US-Anleihemarkt haben am Freitag für einen weiteren Rücksetzer am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Gleich zum Handelsstart sackte der Dax wieder unter die Marke von 14 000 Punkten. Noch zur Wochenmitte erst war der Leitindex bis knapp unter 14 200 Punkte gestiegen und hatte damit einen Rekord aufgestellt. Der aktuelle Zinsanstieg bei US-Staatsanleihen, ausgelöst durch vage und insgesamt gelassene Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell am Vorabend, hemmt nun erneut das Interesse an Aktien.

Der Dax gab im frühen Handel um 1,00 Prozent auf 13 915,64 Punkte nach. Damit zeichnet sich im Wochenverlauf allerdings immer noch ein Plus von knapp einem Prozent ab. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 1,19 Prozent auf 30 939,44 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Freitagmorgen 1,09 Prozent auf 3664,37 Punkte.

„Die steigenden Zinsen bleiben das große Schreckgespenst an den Börsen“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg am Vorabend nach der jüngsten Beruhigung an den Rentenmärkten wieder auf knapp 1,55 Prozent. Auslöser waren die Worte von Fed-Chef Powell. Er hatte sich zurückhaltend über den Anstieg der Kapitalmarktzinsen geäußert und lediglich gesagt: „Ich wäre besorgt über ungeordnete Bedingungen an den Märkten oder eine anhaltende Verschärfung der finanziellen Bedingungen, wenn dies das Erreichen unserer Ziele gefährdet.“ Inflationsgefahren sieht Powell zudem keine. Falls es zu einem vorübergehenden Anstieg der Verbraucherpreise komme, werde dieser „geduldig beobachtet“.

Laut den Experten der Commerzbank hatte der Markt jedoch darauf gehofft, dass er ein Eingreifen signalisiert. Die Marktängste habe Powell somit nicht abbauen können.

Am Nachmittag werden daher mit Spannung die Daten vom US-Arbeitsmarkt erwartet. Eine gewisse Skepsis herrscht allerdings auch hier, da der bereits veröffentlichte Bericht aus der Privatwirtschaft enttäuscht hatte./ck/mis

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