BERLIN (dpa-AFX) – Restaurants, Kinos und viele Geschäfte bleiben in Berlin noch zu – auch wenn mancher sich das anders gewünscht hat. Vor dem Hintergrund der sich auch in Berlin ausbreitenden stärker ansteckenden britischen Coronavirus-Variante beschloss der Senat bei seiner Sondersitzung am Donnerstag eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März. Er war zunächst bis Sonntag (7.3.) befristet. Damit setzt Berlin eine entsprechende Vereinbarung der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Vortag um.

Seit Beginn des bundesweiten Lockdowns Mitte Dezember sind auch in Berlin große Teile des Einzelhandels mit Ausnahme etwa von Supermärkten, Drogerien oder Apotheken geschlossen. Für Restaurants, Museen, Kinos, Theater, Freizeit- und Sporteinrichtungen gilt das schon seit Anfang November. Grundsätzlich bleibt es dabei, allerdings sollen eine Reihe von Lockerungen möglich sein, wenn die Pandemielage es zulässt. Die neuen Regelungen gelten ab Sonntag.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller betonte am Donnerstagabend nach der Sondersitzung, wie wichtig die richtige Balance sei. Weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen könnten all das kaputt machen, was erreicht worden sei, sagte er. Auch in den nächsten Wochen sei es wichtig, einen verantwortungsvollen Weg zu wählen. „Wir sind in einer der schwierigsten Phasen dieser gesamten Pandemiebekämpfung, vielleicht sogar in der schwierigsten“, warnte Müller.

„Wir haben Tausende Menschenleben retten können“, so der SPD-Politiker. „Trotz dieser ganzen Erfolge sehen wir jetzt, dass wir noch nicht da sind, wo wir sein müssten und sein wollen.“ Die Infektionszahlen stagnierten oder stiegen sogar wieder.

„Wir haben auf der anderen Seite auch schon Impferfolge. Wir sehen, dass wir durch das Durchimpfen bei den Hochbetagten in den Pflegeheimen deutlich weniger Todesfälle haben“, so der Regierende Bürgermeister. „Daraus folgt, dass einige sagen: Lasst uns doch die Inzidenzen einfach vergessen.“ Müller warnte vor solchen Schlüssen. „Wir sehen, dass wir noch längst nicht über den Berg sind.“

Der Senat beschloss angelehnt an die Absprachen auf Bund-Länder-Ebene einen Stufenplan für Lockerungen, der aus Müllers Sicht die Balance hält, für die der Regierender Bürgermeister plädiert.

VORAUSSETZUNG: Der Corona-Inzidenzwert bei Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bleibt unter 100. Sollte er diesen Wert übersteigen, werden die Lockerungen wieder zum Teil zurückgenommen. Sinken sie hingegen unter 50, soll das Einkaufen weiter erleichtert werden.

ALLGEMEINE GESCHÄFTE dürfen ab Dienstag (Montag ist Feiertag) wieder unter bestimmten Bedingungen und in eingeschränkter Form öffnen. Einkaufen soll mit vorher gebuchten Terminen, dem sogenannten Click & Meet, und in einem Zeitfenster möglich sein. Pro 40 Quadratmeter ist ein Kunde erlaubt.

GARTENMÄRKTE öffnen ebenfalls. Einkaufen geht hier ohne Buchung eines Zeitfensters. BAUMÄRKTE bleiben geschlossen. BUCHHANDLUNGEN hatten in Berlin schon geöffnet.

RESTAURANTS, KNEIPEN, KINOS bleiben in Berlin vorerst geschlossen. Auch bei den Hotels ändert sich nichts. Frühestens ab dem 22. März könnte es, abhängig von der Infektionslage, Lockerungen geben. Etwa für Tische draußen vor Restaurants mit tagesaktuellem Coronatest und Online-Anmeldung.

PRIVATE TREFFEN MIT FREUNDEN: Künftig sind Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt wieder möglich, beschränkt auf maximal fünf Personen plus Kinder bis 14 Jahre. Bisher durfte sich ein Hausstand nur mit einer Person eines anderen Hausstandes treffen.

MUSEEN, GALERIEN, GEDENKSTÄTTEN dürfen unter strengen Auflagen öffnen. Neben Zugangsbeschränkungen gilt in geschlossenen Räumen eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske.

TIERHÄUSER VON ZOO und TIERPARK sowie das AQUARIUM dürfen ebenfalls unter strengen Auflagen sowie Maskenpflicht öffnen.

KOSMETIK- UND NAGELSTUDIOS, KÖRPERPFLEGE und weitere KÖRPERNAHE DIENSTLEISTUNGEN: Diese Geschäfte dürfen unter strengen Auflagen öffnen. Wenn es um Kosmetik im Gesicht geht, braucht der Kunde einen tagesaktuellen negativen Corona-Test.

SPORT IM FREIEN: Erlaubt für bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten ohne Körperkontakt. Zulässig ist auch der gemeinsame Sport in festen Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 12 Jahren. Der Bund hatte die Altersgrenze auf 14 gesetzt.

Erste Öffnungsschritte gab es bereits zuvor: Seit Montag dürfen die Berliner Friseursalons wieder öffnen. Die schrittweise Öffnung der Schulen hat schon am 22. Februar begonnen. Seitdem sind die Kinder der ersten drei Klassenstufen zumindest zum Teil zurück in der Schule
- im Wechsel mit digitalem Lernen zu Hause und in verkleinerten
Lerngruppen. Ab 9. März sollen auch die vierten bis sechsten Klassen wieder Wechselunterricht erhalten und die Kitas wieder für alle Kinder offen stehen./ah/DP/he

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