DORTMUND (dpa-AFX) – Sorgen um die Verletzten, Ärger über den Elfmeterpfiff – der vorzeitige Einzug ins Achtelfinale der Champions League wurde beim BVB nicht ausgelassen bejubelt. Gestützt auf zwei Betreuer humpelte Mats Hummels nach dem 1:1 (1:0) gegen Lazio Rom Richtung Kabine. Ein Ausfall des Abwehrchefs würde den BVB schwer treffen – zumal mit Erling Haaland schon ein weiterer Schlüsselspieler wochenlang fehlt. „Wir hoffen, dass es nur ein dicker Schlag auf den Fuß war und keine Bänder in Mitleidenschaft gezogen worden sind“, sagte Sportdirektor Michael Zorc in Erwartung der Diagnose bei Hummels am kommenden Tag.

Schon vor der Partie hatte die Schreckensnachricht über den Muskelfaserriss von Torgarant Haaland die Stimmung getrübt. Die anhaltende Terminhatz fordert ihren Tribut. Mit sorgenvoller Miene verwies Trainer Lucien Favre auf die ebenfalls zu einer Auszeit gezwungenen Stammkräfte Emre Can und Thomas Meunier. Dass seine Mannschaft gegen Lazio nach dem Führungstreffer von Raphael Guerreiro (44.) den vorzeitigen Gruppensieg noch verpasste, war dem Schweizer unter diesen Umständen relativ egal: „Ich denke momentan an unsere verletzten Spieler. Der erste Platz ist nicht relevant.“

Für einen weiteren Stimmungsdämpfer sorgte die fragwürdige Elfmeterentscheidung des spanischen Schiedsrichters Antonio Mateu Lahoz. Den Sturz von Gäste-Profi Sergej Milinkovic-Savic im Zweikampf mit dem eingewechselten Nico Schulz, der zu dem vom ehemaligen BVB-Profi Ciro Immobile (67.) verwandelten Elfmeter führte, wertete Favre als Schauspielerei: „Unglaublich. Das ist kein Elfmeter, das ist Theater. Er übertreibt.“

Auch Zorc sprach von einer „offensichtlichen Fehlentscheidung“ und monierte, dass der Elfmeter nach Ansicht der eigentlich entlarvenden TV-Bilder nicht zurückgenommen wurde. „Der Videoschiedsrichter wird ad absurdum geführt. Er muss einschreiten. Ich weiß nicht, warum wir das Prozedere überhaupt haben.“

Immerhin können sich die Dortmunder mit dem dritten Achtelfinaleinzug in Serie und weiteren üppigen Millioneneinnahmen trösten. Auch bei Favre überwog am Ende der Pragmatismus. Der Coach erinnerte an den vielkritisierten Fehlstart seines Teams in die Gruppenphase beim 1:3 in Rom und machte aus seiner Genugtuung keinen Hehl: „Vor sechs Wochen war noch Ende der Welt, jetzt sind wir qualifiziert – und Lazio noch nicht.“/bue/DP/zb

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