NAIROBI (dpa-AFX) – Einem UN-Bericht zufolge ist die derzeit geplante weltweite Produktion von fossilen Brennstoffen viel zu hoch, um die Pariser Klimaziele bis 2030 erreichen zu können. Um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müsste die internationale Gemeinschaft ihre Produktion von fossilen Brennstoffen jährlich bis 2030 um rund sechs Prozent reduzieren, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep) und anderen Institutionen. Demnach ist aber derzeit ein jährlicher Anstieg von zwei Prozent geplant – damit würde bis 2030 doppelt so viel fossiler Brennstoff produziert werden, wie mit dem Pariser Klimaziel vereinbar wäre.

Wegen der Corona-Pandemie und Lockdowns könne die weltweite Kohle-, Öl- und Gasproduktion in diesem Jahr um rund sieben Prozent sinken, hieß es. Allerdings deuten demnach die vor der Pandemie gefassten Pläne vieler Länder sowie die Konjunkturmaßnahmen nach der Corona-Krise auf ein weiteres Wachstum fossiler Brennstoffe hin. Bislang hätten die G20-Staaten 233 Milliarden Dollar in fossile Energien gesteckt, dagegen aber nur 146 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien und Energieeffizienz. UN-Generalsekretär António Guterres warnte, die Produktion und Nutzung von Kohle, Öl und Gas müsse „schnell reduziert werden, wenn wir die Ziele des Klimaabkommen von Paris erreichen wollen“.

Die Chefin des UN-Umweltprogramms, Inger Andersen, sagte, die Corona-Pandemie biete eine Chance, die Ökonomien weltweit mithilfe von „Investitionen in kohlenstoffarmen Energien und Infrastruktur“ wiederzubeleben. Am zweiten jährlichen „Production Gap Report“ wirkten neben Unep auch das Stockholm Environment Institute (SEI) und das International Institute for Sustainable Development (IISD) mit./gio/DP/eas

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