NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) – Die Ölpreise haben sich am Mittwoch wenig bewegt. Es herrscht weiter Verunsicherung wegen eines Disputs über die Förderpolitik des Ölverbunds Opec+. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 47,47 US-Dollar. Das waren fünf Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag unverändert bei 44,55 Dollar. Anfängliche leichte Kursverluste machten die Ölpreise wett.

Anleger sind seit Tagen verunsichert, weil es dem Ölverbund Opec+ trotz intensiver Verhandlungen bisher nicht gelungen ist, sich auf eine Förderpolitik für das nächste Jahr zu einigen. Diskussionen soll es insbesondere zwischen den Ölgiganten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geben. Der Konflikt ist ungewöhnlich, da die beiden Golf-Staaten normalerweise enge Verbündete sind.

Offenbar sind die Emirate grundsätzlich unzufrieden mit den Angebotsbeschränkungen der Opec+. „Während das Land seine Produktion im Sommer stärker als vereinbart gedrosselt hat, haben einige kleinere OPEC-Länder kaum Produktionskürzungen vorgenommen“, kommentierten die Rohstoffexperten der Commerzbank. Manche Länder, allen voran der Irak, hätten ihre Produktion unzureichend reduziert und die entsprechenden „Überschüsse“ bis jetzt nicht abgebaut.

Aktuell sollen Vermittlungsbemühungen stattfinden. Der Verbund begrenzt seit längerem die Förderung seiner Mitgliedstaaten, um die Preise zu stabilisieren. Die Corona-Krise hat die Ölnachfrage geschwächt und damit die Preise gedrückt. Jetzt steht zur Debatte, ob das Angebot Anfang 2021 wieder etwas steigen soll oder die derzeitigen Fördergrenzen noch einige Zeit gelten sollen. Die Commerzbank erwartet jedoch eine baldige Einigung./jsl/bgf/jha/

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