LONDON/PARIS (dpa-AFX) – Der Präsident der Pariser Klimakonferenz und ehemalige französische Premierminister Laurent Fabius hat Regierungen dazu aufgefordert, mittel- und kurzfristige Klimaziele zu setzen und zu erfüllen. Es reiche nicht aus, langfristige Ziele zu setzen, bei denen unsicher sei, ob sie jemals umgesetzt würden. Das sei die Herausforderung für die UN-Klimakonferenz in Glasgow im kommenden Jahr. „Es gibt einen Impfstoff gegen das Coronavirus, aber es gibt keinen Impfstoff gegen den Klimawandel. Doch es gibt ein Gegenmittel: Das ist die volle Umsetzung des Pariser Klimaabkommens“, sagte Fabius am Mittwoch bei einer virtuellen Gesprächsrunde im Vorlauf zu einem für den 12. Dezember geplanten Online-Klimatreffens.

Zu der Online-Konferenz hatten die Vereinten Nationen und die britische Regierung anstatt des coronabedingt auf 2021 verschobenen UN-Weltklimagipfels eingeladen. Die jährliche Konferenz hätte im November im schottischen Glasgow stattfinden sollen. Der nächste Gipfel gilt als besonders wichtig: Die Staaten sollen bis dahin ihre Klimaschutz-Pläne ehrgeiziger machen. Denn noch reichen sie in der Summe längst nicht aus, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 zu erfüllen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

Es gebe zwar auch gute Nachrichten im Kampf gegen die globale Erwärmung, doch die Zahlen seien bislang nicht im Einklang mit den vereinbarten Klimazielen, so Fabius. Besonders die EU und Großbritannien sieht er in der Pflicht: Man könne nicht überzeugend sein, wenn man selbst nicht vorbildhaft handle./cmy/DP/eas

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