BERLIN (dpa-AFX) – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Bundesländer vor den Beratungen der Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch zu mehr Tempo beim Thema Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder aufgefordert. „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung muss kommen. Die Ministerpräsidenten müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden und dafür eine Bund-Länder-Vereinbarung auf den Weg bringen“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack der Deutschen Presse-Agentur.

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule zu schaffen. Der erste Schritt zur Finanzierung – etwa für den Ausbau von Schulgebäuden und Räumen – ist getan. Der Bundesrat hatte kürzlich ein entsprechendes Milliardenpaket verabschiedet. Bei der Umsetzung des vereinbarten Rechtsanspruchs gibt es dagegen bisher kaum Bewegung, und die Legislaturperiode dauert nicht mehr lange.

„Gute Bildung und Betreuung sind Lebensadern für Familien und für unsere Gesellschaft – das hat die Corona-Krise einmal mehr bestätigt. Deshalb ist es wichtig, dass ein weiterer gesellschaftlicher Meilenstein, den sich diese Koalition gesetzt hatte, jetzt auch genommen wird“, sagte Hannack.

Sie forderte Bund und Länder außerdem dazu auf, „dringend“ eine Fachkräfteoffensive für die Lehr,- Sozial- und Erziehungsberufe zu starten. Für die neu zu schaffenden Ganztagsplätze werden voraussichtlich mehr als 33 000 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher an den Grundschulen gebraucht, hatte eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg gezeigt./jr/DP/zb

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