FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach dem erfreulichen Start in die verkürzte Börsenwoche nach Ostern dürfte der Aufwärtsdrang am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch nachlassen. Der X-Dax als Indikator signalisierte knapp eine Stunde vor Beginn des Xetra-Handels einen mehr oder weniger unveränderten Dax-Start bei 10 696 Punkten. Immerhin hat der Dax seit dem Tief des Corona-Crashs Mitte März auch fast 30 Prozent aufgeholt.

„Das Hauptthema derzeit ist steigender Optimismus, dass sich die globale Pandemie stabilisiert“, schrieb Finanzmarktexperte Charlie Lay von der Commerzbank am Morgen mit Blick auf die Asien-Börsen. In Fernost hatten sich die großen Aktienindizes zur Wochenmitte eher kraftlos entwickelt, nachdem es am Vorabend in New York vor allem an der technologielastigen Nasdaq-Börse deutliche Kursgewinne gegeben hatte. Auch der EuroStoxx 50 wird am Morgen vor diesen Hintergründen nur wenig bewegt erwartet.

„An den Märkten setzt man zunehmend darauf, dass die im Zuge der Virus-Pandemie getroffenen Einschränkungen sukzessive gelockert werden könnten“, kommentierte am Morgen der Helaba-Experte Christian Schmidt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht darüber am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. „Es kommt nun ganz auf die Entwicklung der Corona-Infektionen nach einer möglichen Lockerung an“, warnte aber Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Er hält einen zweiten virusbedingten Kurssturz noch für möglich.

Spannend könnte es im Tagesverlauf werden, wenn in den USA im Zuge der anlaufenden Berichtssaison mit Goldman Sachs, der Bank of America und der Citigroup zahlreiche große Finanzhäuser ihre Bücher für das erste Quartal öffnen. Darauf folgen diverse US-Konjunkturdaten, darunter die Einzelhandelsumsätze im März und ein konjunktureller Frühindikator für die vom Coronavirus so schwer betroffene Region New York. Die Pandemie könnte hier tiefe Spuren hinterlassen.

Auf Seiten der Einzelwerte könnten am Mittwoch wegen der erwarteten US-Zahlen die Banken und wegen der am Vortag an der Nasdaq beobachteten Rally der Technologiesektor einen Blick wert sein. Ansonsten blieb die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite recht ruhig. Beim Flughafenbetreiber Fraport hat sich der Einbruch der Passagierzahlen in der Vorwoche nochmals verschärft. Aktionäre zeigten sich davon aber nicht überrascht, die Aktie tendierte vorbörslich sogar höher.

Adidas hat in der Krise von der Staatsbank KfW eine milliardenschwere Kreditzusage bekommen – unter der Auflage, dass während der Laufzeit keine Dividende an die Aktionäre fließen darf. Laut Händlern waren die Gespräche mit der KfW aber längst „ein offenes Geheimnis“. Die Aktien rückten vorbörslich denn auch um etwa ein Prozent vor. Fondsmanagern sei es derzeit wichtiger, dass Unternehmen ihre Finanzlage sichern, anstatt Dividenden zu zahlen, sagte ein Börsianer.

Kion wurden dagegen auf der Handelsplattform Tradegate nur knapp über dem Xetra-Schlusskurs gehandelt, sie gehörten damit zu den gehemmten Aktien. Bei dem Hersteller von Gabelstaplern und Flurfahrzeugen wurde am Markt auf eine gestrichene Kaufempfehlung seitens der Experten von Mainfirst verwiesen. Den Südzucker -Aktien dagegen verhalf eine Kaufempfehlung von Metzler vorbörslich um fast zwei Prozent nach oben./tih/jha/

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