FRANKFURT (dpa-AFX) – Am deutschen Aktienmarkt deuten sich am Dienstag nach Ostern weitere Kursgewinne an. Trotz der anhaltenden Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der weltweiten Corona-Pandemie sorgen nach den Feiertagen unter anderem positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus China für neuen Optimismus. Dort brach der Außenhandel im März nicht so stark ein wie Experten befürchtet hatten.

Der X-Dax als Indikator signalisierte knapp eine Stunde vor Beginn des Xetra-Handels einen 1,6 Prozent höheren Dax-Start bei 10 733 Punkten. Der Leitindex dürfte damit an seine Erholungstendenz in den vergangenen Wochen anknüpfen: Vom Crash-Tief Mitte März hat er sich bislang schon wieder um mehr als ein Viertel nach oben gearbeitet. In der verkürzten Woche vor Ostern allein hatte er fast 11 Prozent gewonnen. Auch der EuroStoxx 50 wurde am Dienstagmorgen fester erwartet.

Der Dax geht damit über die eigentlich negativen Vorgaben von der Wall Street hinweg, wo der Handel nach Ostern am Vorabend schon wieder begann. Der Dow Jones Industrial war unter anderem aus Sorge vor der Berichtssaison gesunken, die an diesem Dienstag unter anderem mit der Großbank JPMorgan beginnt. Allerdings war die Stimmung in New York bei den Technologiewerten besser, wie gestiegene Nasdaq-Indizes zeigten. Auch in Asien war es am Morgen im Zuge der China-Daten bergauf gegangen.

„Sollte China mit vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Einbußen durch die Pandemie kommen, wäre das positiv für die Weltwirtschaft“, kommentierte Experte Thomas Altmann von QC Partners. Seiner Einschätzung nach setzen Anleger derzeit auf ein schnelles Hochfahren der Wirtschaft. Auf eine Trendwende zu hoffen, könne allerdings zum Trugschluss werden. „Die Gefahr einer Bärenmarkt-Rally ist nach wie vor latent“, warnte auch Experte Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel.

Eine vorbörslich größere Kursbewegung bei Einzelwerten gab es einmal mehr bei der Lufthansa -Aktie. Auf der Handelsplattform Tradegate stellte sie die Markterholung mit einem Anstieg um 4,7 Prozent auf gut 9,30 Euro in den Schatten. Bei 9,40 Euro winkt ihnen ein Hoch seit Ende März. In der Krise war der Kurs allerdings auch besonders kräftig gefallen.

Weiterhin erwiesen sich vorbörslich noch einige Analystenstimmen als kursrelevant. Eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank ließ zum Beispiel die SAP -Aktie um 2,9 Prozent steigen. Eon dagegen droht dem guten Marktumfeld hinterher zu hinken, sie tendierte verglichen mit ihrem Xetra-Schluss recht stabil. Goldman Sachs rät nun zum Verkauf.

Vonovia könnte im Dax noch ein Performer werden, vorbörslich legten sie 2,2 Prozent zu. Der größte deutsche Wohnungskonzern will trotz einer millionenschweren Belastung durch Mietausfälle an der Dividende festhalten. Im Gegensatz zum Branchenkollegen Deutsche Wohnen bleibe er bei der für das vergangene Geschäftsjahr vorgeschlagenen Ausschüttung, sagte Unternehmenschef Rolf Buch der „Welt“./tih/jha/

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