Autohersteller

BMW startet mit Gewinneinbruch

BMW hat zum Jahresauftakt wie die Wettbewerber Mercedes-Benz und Volkswagen einen Gewinneinbruch verzeichnet. Höhere Aufwendungen schlugen ins Kontor.

BMW startet mit Gewinneinbruch

BMW startet mit Gewinneinbruch

Kostenschub auf mehreren Ebenen drückt Münchner Autohersteller

sck München

Wie die Wettbewerber Mercedes-Benz und Volkswagen ist auch BMW im laufende Jahr schwach gestartet. Trotz gestiegener Auslieferungen brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Münchner Autoherstellers im ersten Quartal um ein Viertel auf 4,1 Mrd. Euro ein. Über Rückgänge im ebenfalls hohen Prozentbereich berichteten zuvor die Wettbewerber Mercedes-Benz aus Stuttgart (-30%) und Volkswagen aus Wolfsburg (-20%). Während die beiden Konkurrenten den empfindlichen Dämpfer unter anderem mit Aufwendungen für Modellwechsel begründeten, schmälerten bei BMW höhere Kosten auf breiter Front die Profitabilität. Im Kerngeschäft Automobile schrumpfte das Ebit um 28% auf 2,7 Mrd. Euro, während der Bereichsumsatz nur um 1% auf 31 Mrd. Euro zurückging. Die Marge der Autosparte reduzierte sich um 3,3 Punkte auf 8,8%.

F&E-Aufwand springt

Finanzvorstand Walter Mertl führte den Einbruch auf gestiegene Herstellungskosten, höhere Vertriebsaufwendungen und Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zurück. Seit dem zweiten Quartal des vergangenen Jahres seien die Herstellungskosten inflationsbedingt gewachsen. Dieser Trend habe sich im ersten Quartal dieses Jahres fortgesetzt, so der CFO. Anfang 2023 hätte BMW noch von niedrigen Einkaufspreisen des Jahres 2022 profitiert.  

Die Umsatzkosten der Kernsparte legten um 3% auf 26,1 Mrd. Euro zu, die Vertriebs- und Verwaltungskosten sprangen um 7% auf 2,1 Mrd. Euro. Mertl begründete Letzteres mit höheren Aufwendungen für die IT und das Personal. Derweil kletterten die Forschungs- und Entwicklungsleistungen (F&E) um 27% auf 2 Mrd. Euro. BMW verwendete die Mittel überwiegend für den Ausbau der elektrifizierten Pkw-Flotte. BMW erreicht 2024 nach eigenen Angaben einen F&E-Höchststand.

Aktie verliert über 5 Prozent

Wie zuvor bei Mercedes-Benz und VW reagierten die Anleger auf den Gewinnrückgang bei BMW vergrätzt. Die BMW-Stammaktie verlor im Xetra-Handel zeitweise 5,4% auf 104,20 Euro an Wert.

Der um 1% auf exakt 594.533 Stück weltweit gesteigerten Pkw-Auslieferungen von BMW trugen lediglich dazu bei, den Dämpfer etwas abzumildern. Mertl berichtete von „positiven“ Produktmix-Effekten, die auch den Umsatz „positiv“ beeinflusst hätten. Das Unternehmen setzte mehr Fahrzeuge im oberen Preissegment ab. Der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Auslieferungen wuchs um 2,9 Prozentpunkte auf 13,9%.  

Preisdruck wächst

Dem CFO zufolge lag allerdings „der Saldo aus Volumen, Modell-Mix und Preisen um rund 100 Mill. Euro unter dem Wert des ersten Quartals 2023“.  Mertl erklärte das mit einem zunehmenden Wettbewerb aufgrund der Tatsache, dass der Stress in den Lieferketten abnehme. Dadurch seien mehr Fahrzeuge verfügbar. Das heißt, das Angebot steigt. „Das führte zu einer schrittweisen Abschwächung des globalen Preisumfelds für Neu- und Gebrauchtwagen, die sich bis ins erste Quartal 2024 fortsetzte.“ 2024 werde der Nettoeffekt aus Volumen, Modell-Mix und Preisen „leicht positiv“ sein, warnte Mertl.

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