Rezessionssorgen drücken Dax

Aktien grenzen nach Powell-Rede Verluste ein – Ölpreise sacken ab


ck Frankfurt – Die anhaltenden Rezessionssorgen haben am Mittwoch die europäischen Aktienmärkte gedrückt. Der Dax sank unter die Marke von 13 000 bis auf 12 966 Punkte, ehe er sich deutlich vom Tief absetzte und mit einem Verlust von 1,1 % bei 13 144 Zählern schloss, der Euro Stoxx 50 gab um 0,8 % auf 3 465 Punkte nach. Bezeichnend für die Stimmungslage waren BASF, die um 5,8 % absackten. Der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller sagte auf einer Branchenkonferenz, dass sich das Unternehmen nach einem guten ersten Halbjahr nun auf schwierigere Zeiten einstellen müsse. Am Nachmittag konnten die europäischen Aktienmärkte ihre Verluste eingrenzen, womit sie der Wall Street folgten. In seiner Stellungnahme vor dem Kongress bekannte sich der Fed-Chairman Jerome Powell zu weiteren Zinserhöhungen, um die aus dem Ruder laufende Inflation wieder in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig gab er sich zuversichtlich, dass die amerikanische Volkswirtschaft die Zinserhöhungen verkraften könne.

Staatsanleihen wurden von den Rezessionsbefürchtungen gestützt. Die laufende Verzinsung der zehnjährigen Bundesanleihe, die am Vortag noch bei 1,76 % gelegen hatte, fiel bis auf 1,59 % ab und lag im späten Handel bei 1,63 %. Sehr fest waren auch die Peripherie-Staatsanleihen, die Rendite des zehnjährigen italienischen Staatstitels sank um 16 Stellen auf 3,63 %.

An den Rohstoffmärkten brachen die Ölpreise ein. Neben den Rezessionssorgen belasteten Bemühungen von US-Präsident Joe Biden, die hohen Treibstoffkosten in den Vereinigten Staaten in den Griff zu bekommen. Die Notierung der Nordseesorte Brent büßte bis zu 6,5 % ein und lag zuletzt mit einem Minus von 4,8 % bei 109,07 Dollar. Biden gab bekannt, den Kongress um eine dreimonatige Suspendierung der auf Bundesebene erhobenen Mineralölsteuer zu bitten.

- Berichte Seiten 6 und 24

Börsen-Zeitung, 23.06.2022, Autor Christopher Kalbhenn, Nummer 118, Seite 1, 274 Wörter