Liberty Steel bietet für Thyssen-Stahlsparte

IG Metall begehrt auf – MDax-Wert haussiert


ab Düsseldorf – Die britische Liberty Steel Group hat dem angeschlagenen Traditionskonzern Thyssenkrupp ein unverbindliches Angebot zur Übernahme der defizitären Stahlsparte unterbreitet. Die Offerte stehe unter bestimmten, nicht näher erläuterten Annahmen über das Geschäft, teilten die Briten am Freitag mit. Der Kaufpreis blieb jedoch unter Verschluss. Für ein verbindliches Angebot bedürfe es einer tiefergehenden Due Diligence, hieß es.

Thyssenkrupp bestätigte den Eingang der indikativen Offerte, gab sich ansonsten aber schmallippig: „Wir schauen uns das Angebot sorgfältig an. Gleichzeitig werden wir die Gespräche mit anderen potenziellen Partnern in gleicher Weise wie bisher konsequent fortsetzen“, teilte der Essener Konzern mit.

Die IG Metall, die just am Freitag zu einer Demonstration vor der Düsseldorfer Staatskanzlei aufgerufen hatte, um für den Einstieg des Staates bei Thyssenkrupp Steel zu trommeln, lehnte das Angebot postwendend ab. „Liberty will offenbar im Ein-Euro-Land einkaufen“, sagte Knut Giesler, Bezirkschef der IG Metall in Nordrhein-Westfalen. Bei einem Verkauf an Liberty Steel drohe die Zerschlagung von Thyssenkrupp Steel und der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze. An der Börse fiel das Angebot dagegen auf fruchtbaren Boden: Thyssenkrupp legten um 10,8 % auf 4,61 Euro zu.

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Börsen-Zeitung, 17.10.2020, Autor Annette Becker, Nummer 200, Seite 1, 183 Wörter