DAS CFO-INTERVIEW

„Wir haben operative Stärke und genügend Finanzkraft“

FMC-Finanzchefin Giza hält Dialysekonzern für immun gegen Marktstörungen


swa Frankfurt – Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) sieht sich mit ausreichend Abwehrkraft ausgestattet, um stabil durch Pandemiezeiten zu kommen. „Wir haben ein sehr widerstandsfähiges Geschäft, das starke und beständige Cash-flows generiert“, unterstreicht Finanzchefin Helen Giza im Interview der Börsen-Zeitung.

Zur Sicherheit habe sich der Konzern einem Stresstest unterzogen, um den finanziellen Spielraum für längere Perioden volatiler Märkte zu prüfen. „Das Ergebnis war, dass wir mit unserem sehr guten Kapitalmarktzugang und unseren langjährigen Bankbeziehungen gut gegen Marktstörungen gerüstet sind“, sagt die Managerin, die seit November 2019 im Amt ist und zuvor in den USA für den japanischen Pharmakonzern Takeda gearbeitet hat. Im Lichte von Covid-19 habe das Unternehmen zudem seine „bereits sehr komfortable Liquiditätsposition weiter erhöht“.

FMC hat kürzlich auf dem Kapitalmarkttag mittelfristige Wachstumspläne veröffentlicht und neue Zielbereiche für Investitionen definiert. Das Unternehmen schaue sich „stets nach interessanten Gelegenheiten um“, wobei es nicht nur um Übernahmen gehe, sondern auch um Partnerschaften. Im „Wachstumsbereich gesamtheitliche Nierentherapie“ werde man „laufend kleinere Akquisitionen sehen“, kündigt Giza an. Darüber hinaus wolle FMC in der Intensivmedizin wachsen. „Wir haben eine gute Strategie, operative Stärke und genügend Finanzkraft“, hebt sie hervor.

Das Dax-Unternehmen sei bislang gut durch die Coronakrise gekommen. Das Management habe sehr früh Maßnahmen ergriffen, um Beschäftigte sowie Patienten zu schützen und die Produktion sicherzustellen. Schon vor der Coronakrise hatte FMC Kostensenkungen eingeleitet. „Operative Effizienz ist Teil unserer DNA“, sagt die gebürtige Britin, die auch einen amerikanischen Pass besitzt. Seit 2014 habe der Konzern netto Einsparungen von fast einer halben Milliarde Euro erreicht.

- Interview Seite 8

Börsen-Zeitung, 17.10.2020, Autor Sabine Wadewitz, Nummer 200, Seite 1, 251 Wörter